Dieser Kegelabend war sehr informativ, spannend und innovativ - aber alles der Reihe nach.
Es begann schon mit einem kleinen Schrecken, als wir uns gerade auf unsere Plaetze begeben hatten.
Es liefen die gewohnten Aktivitaeten ab - aufschreiben, wer was zu trinken moechte und wieviele Pils, Radler oder Schuss insgesamt zu bestellen sind, telefonieren mit der Quelle und warten auf das Piepen des Aufzuges der uns dann (aehnlich wie ein Pavlowscher Reflex bei Hunden) dazu veranlasst schnell zum Aufzug zu eilen und die erwarteten Getraenke heraus zu nehmen.
Anstelle des erwarteten "PIEP" kam vom Aufzug jedoch nur ein ploetzliches, lautes Geschepper, gefolgt vom Klirren von Glas und dem schnell abnehmenden Heulen des Motors, der den Stillstand des Aufzugs dokumentierte.
Was war geschehen ? - Hatte jemand die Bier in den Aufzug stellen wollen, ohne dass der Aufzug schon oben war ? Waren die sehnlichst erwarteten Getraenke auf dem Aufzugboden zerschellt und unwiederbringlich verloren ?
Die schlimmsten Ahnungen erfuellten uns und die Angst kroch langsam in unsere Glieder, dass wir diesen Abend wohl nicht unser Getraenkepensum schaffen wuerden und wir durstig die Kegelstunden im Keller verbringen muessten. So verunsichert schauten wir erwartungsvoll zur Tuer durch die unsere Kegelwirtin eintrat - es musste also was schlimmes passiert sein, da Frauen auf der Bahn nur in Ausnahmefaellen gestattet sind !
Sie erlklaerte uns dann, dass ein Tablett zu nah zur Aufzugwand in den Aufzug gestellt worden war, wodurch sich dieser verklemmt hatte. Durch diese Ueberlast ist dann die Sicherung raus (kennen wir noch von den Personenfahrten, die verbotenerweise auf einer Weihnachtsfeier durchgefuehrt wurden und damals schon der Grund fuer erhebliche Verzoegerungen bei der Bierversorgung gewesen war).
Die Sicherung ist das Gebiet von unserem Kegelwirt - dem "Schmalen" - und es dauert normalerweise nur wenige Augenblicke und er hat die Sicherung ausgetauscht und die Bierpipeline ist wieder im Fluss.
An diesem Abend jedoch schneite es heftigst und der "Schmale" hatte nichts besseres zu tun als vor seinem Gasthaus Schnee zu schueppen !!! Dies verschlug uns regelrecht die Sprache und erstaunt ueber solche unerwarteten koerperlichen Aktivitaeten unseres Kegelwirs warteten wir ungeduldig auf das Ende der Trockenperiode, die dann Gott sei Dank doch schneller endete als befuerchtet.
Vor dem Beginn des Kegeln sammelte unser Kassenwart Czechi noch die zu zahlenden Betraege der letzen Kegelabend ein - dabei zeichnete er ein doch etwas duesteres Bild.
Zwar sind unsere Bucheinnahmen gar nicht so schlecht und die dort zu lesenden Zahlen zeigen, dass wir der schlechten wirtschaftlichen Lage trotzen - allerdings nimmt die Liquiditaet doch rapide ab, da wir hohen Aussenstaende zu verzeichnen haben.
Bei einem saeumigen Zahler belaeuft sich der ausstehende Betrag mittlerweile auf rund 480 EUR (!) und das macht bei unseren Zinsgeschaeften auf Dauer schon eine Menge aus. Da koennen wir nur hoffen, dass die anstehenden Urlaube des Kegelbruders schon bezahlt sind und so unsere Einnahmen bald doch als erhalten verbucht werden koennen ;-)) .
Das nachfolgende Teamspiel - Fussball - wurde mit 2 : 1 von der Wandseite fuer sich entschieden. Dabei verbuchte die Wandseite im ersten Spiel einen ungefaehrdeten Kantersieg zu Null - und das, obwohl sie den nicht als so stark eingeschaetzten Gastkegler Radscher auf ihrer Seite hatten. Dieser verblueffte jedoch alle (wie schon beim 6-Tage Rennen) mit einer erstaunlich guten Leistung, die nur dadurch erklaert werden kann, dass er gerade ausgeruht aus dem Urlaub wieder da und so im Vollbesitz seiner Kegelkraft war.
Die nachfolgenden Spiele zeigten vor allem auch, wie aufmerkdam Maverick an diesem Abend war. So gelang es ihm sowohl bei Steve als auch bei Radscher eine langsam geworfene Kugel einzufangen und so fuer 2 Extra Runden zu sorgen - dies ist wohl bisher noch niemanden gelungen !
Dabei war es ihm beim zweiten Lauf und dem Einfangen von Radscher´s Kugel sogar egal, dass zu diesem Zeitpunkt das Teamspiel durchgefuehrt wurde und Radscher in seiner eigenen Mannschaft war !
Da die Fensterseite aus diesem Geschenk jedoch kein Kapital schlagen konnte, blieb das Kugel fangen von seinem Mitspieler fuer das Team ohne Folgen.
Dann kam der Hoehepunkt des Abends - Bobby´s neu kreiertes Spiel "kalter Schlag" !
Um die Faszination und den Reiz dieses Spiels zu verstehen, muss man die Regeln kennen und einfach Live dabei sein !
Bei diesem Spiel, dass vorab noch nie so gespielt worden ist von uns und an diesem Abend von Bobby aus dem Hut gezaubert wurde, geht es darum, einen Wurf in die Vollen zu machen. Wie beim Millionenspiel werden Spalten mit der zu zahlenden Summe darueber aufgeschrieben und es wird jeweils eine Spalte gespielt und danach dann abgerechnet. Es bezahlen jeweils mindestens die Haelfte der Mitspieler - die, die in der Spalte die niedrigsten Zahlen stehen haben.
Bis hieher noch nicht´s ungewöhnliches - jedoch hatte Bobby die Idee, dass nach dem Spiel noch jeder Spieler einen Zettel aus einem Topf zieht - dieser Topf enthaelt die Zettel mit allen Namen der teilnehmenden Kegler - der, der den Zettel zieht zahlt dann alle Betraege, die bei gezogenen Namen aufgeschrieben sind !
Wenn also Gallo dann den Namen Maverick zieht, hat er nicht das zu zahlen was unter Gallo aufgeschrieben wurde (also seinen eingenen Wurf), sondern dass, was Maverick unter seinem Namen aufgeschrieben hat.
Und als das Spiel also begann und Maverick an die Reihe kam, fragte er uns "scheinheilig" ob er das so richtig verstanden haette - dass alles war er jetzt macht bei dem abzurechnen ist, der den Namen "Maverick" aus dem Topf zieht. Nicht´s Boeses ahnend wurde die Frage natuerlich bejaht, denn wir rechneten ja mit einem normalen Wurf. Umso erstaunter waren alle, als Mav die Kugel nahm, anlief und dann sofort ueber den Rasen kegelte - womit natuerlich die Extra-Strafe fuer´s Kegeln ueber den Rasen faellig wurde. Mit dieser Null Nummer war auch klar, dass er die 3 EUR für dieses Spiel aufgebrummt bekommen wuerde. Gallo meinte nur, dass derjenige ja ganz schoen gearscht sei, der Maverick´s Namen nun aus dem Topf ziehen wuerde - und wer zog ihn dann am Ende des Spiels ?
Genau - es war natuerlich Gallo !
Nachdem diese Spalte ausgespielt war beschloss man die Regel doch noch ein wenig zu aendern und die Strafen, die "persoenlich" zu verantworten sind, wie kegeln ueber den Rasen oder Kugel bringen, etc. ... von dem jeweiligen Kegler auch selbst zu zahlen sind und nicht von dem, der den Namen dieses Keglers aus dem Topf zieht. Es wird also nur die Spielstrafe des anderen beglichen und damit bleibt doch noch ein ganzer Batzen Glueck bei diesem Spiel ueber.
An diesem Abend hatte dies wohl Steve gepachtet, der die Zettel so aus dem Topf zog, dass er kein einziges Mal bei diesem Spiel zu zahlen hatte !
Das dieser Abend doch kraft gekostet hatte zeigte sich einmal mehr an einem Ausspruch, der die abfallende Konzentration zum Ende des Kegelabend dokumentiert.
Als Radscher von einer "warmen Herdplatte" erzaehlen wollte rutschte ihm die "harme Wertplatte" raus und alle wunderten sich erstmal, was er denn nun zum Besten geben wollte.
Er reihte sich damit aber nahtlos ein in die Versprecherliste wie:
o bis 12 muss man sie "lennenkernen"
o so ein Quatsch, der "Pladen ist leite"!
o noch etwas "Schwahne auf den Sanz"
o nein, ich moechte nicht so eine Jeans, ich moechte eine "Laddle"
oder wie mein persönlicher Favorit:
o jedes Auto hat doch so ein "Austupfpöpfchen"
Mit diesen Erlebnissen ging es den Abend dann noch weiter ins ILOT (Alex zum Geburtstag gratulieren), Halberbrachter Skihuette (machte leider gerade zu), Big Ben (sind nicht rein, da zu lange Schlange davor) und in den Schuetzenhof, wo auch Martin noch in bester Stimmung anzutreffen war !